Wieder im Ländle - Abschiedsblogeintrag

14Aug2012

Wir sind seit vorgestern Abend 22:45 Uhr wieder im Ländle. Leider hat auch die schönste Zeit/Reise ein Ende. Doch das nette Empfangskomittee mit dem selbstgebastelten Plakat hat die Ankunft in Deutschland zu einem freudigen Ereignis werden lassen. Kathrin und Kristina haben uns am Flughafen abgeholt und in unser schönes Zuhause chauffiert. Es ist ein sehr gutes Gefühl wieder Zuhause zu sein. Wir kamen dank Kristina in einer wunderbar sauberen Wohnung mit gefülltem Kühlschrank an. Besser geht ja gar nicht um sich wieder in Deutschland einzuleben. Heute gab es dann als Highlight selbstgemachte Kässpätzle mit grünem Salat und Zwiebelschmelze. Wir hatten in den letzten Monaten schon ab und zu von so einem guten schwäbischen Essen geträumt :-) Aber zunächst noch ein kleiner Bericht darüber, was wir in den letzten Tagen unserer Reise erlebt haben.

Von Labuanbajo sind wir nach Denpasar auf Bali geflogen. Dort hatten wir ein straffes Programm, da noch einiges auf dem Plan stand wie bspw. Souvenirs shoppen, die Füße bei einer Reflexology Massage entspannen, leckeres Essen genießen und ein Besuch im Hardrock Cafe. Die Insel hat sich seit unserem letzten Besuch in 2008 sehr verändert. Überall findet man riesige Hotelanlagen und es ist sehr touristisch, was sich auch an den Preisen bemerkbar macht. Zwischen den touristischen Plätzen findet man trotzdem noch kleine Tempelanlagen und die Landschaft um die Städte ist mit den Reisterassen auch immer noch besonders. Wir haben uns einen Roller gemietet und sind nach Ubud gefahren. Der Verkehr war ziemlich anstrengend, aber wir haben den Weg mithilfe der Einheimischen gefunden. In Ubud haben wir dann schöne Souvenirs gefunden und waren auf dem Markt auf dem wir vor 4 Jahren die Vanilleschoten gekauft haben. Leider hat sich der Markt auch hier in eine Tourismusattraktion verwandelt. Zum Glück waren wir mit unseren Einkäufen fertig bevor der Bus mit Koreanern vor dem Markt hielt und dieser gestürmt wurde. Auf dem Rückweg von Ubud haben wir einen Stop in Sanur eingelegt um uns mit unseren Freunden Heike und Marco zu treffen, die gerade ihren Urlaub in Asien verbrachten. Nach einem leckeren Abendessen am Strand ging es dann Richtung Legian. Die Nacht war kurz da wir am nächsten morgen sehr früh einen Flug nach Hongkong mit kurzem Aufenthalt in Kuala Lumpur gebucht hatten.

Am 5. August sind wir in unserer asiatischen Lieblingsstadt Hongkong angekommen. Wir waren im Minihotel im Stadtteil Central direkt neben dem Partyviertel Lan Kwai Fong untergebracht. Das Hotel zauberte ein Schmunzeln auf unsere Lippen, da es perfekt nach Hongkong passte. Ein Platzwunder auf ca. 8m2 inklusive Dusche und WC - der Name "Mini Hotel" ist hier wirklich Programm. Am ersten Abend haben wir uns im Yoshinoya eine Ricebowl geholt - einfach, aber wirklich lecker. Am nächsten Tag ging es dann nach Sham Shui Po zum Elektronikmarkt. Hier bekommt man jegliches Zubehör für Kamera, iPhone und Co. In dem Viertel gibt es zudem eine Markthalle, die wirklich sehenswert ist. Man kann hier gefühlt alles kaufen von lebenden Kröten und Schildkröten bis hin zu Obst, Gemüse, Fisch oder Fleisch. Und wieder hat sich das Vorurteil bestätigt, dass Chinesen wirklich alles in den Kochtopf packen. Abends waren wir Shabu Shabu (Hotpot) essen und wir wussten auch nicht wirklich, was wir gegessen haben!? aber es war nicht schlecht. Am nächsten Tag kamen Heike und Marco von Bali in Hongkong an und wir verbrachten die Tage zu viert. Wir waren traditionell Chinesisch Essen, in einem Restaurant, das Micha noch aus seiner Praktikumszeit kannte und fuhren dann mit der traditionellen Tram ins Hotel zurück. Der nächste Tag begann in einem Dim Sum Restaurant. Man könnte sagen Dim Sum sind chinesische "Maultaschen". Die Kellnerinnen fahren mit Wägen durch die Gänge und man nimmt sich kleine Teller oder Bambuskörbchen mit den Köstlichkeiten zum probieren. Wirklich richtig lecker. Gut gestärkt ging es dann nach Kowloon um das Viertel zu erkunden. Hier findet man alles von Boutiquen über Straßenmärkte bis hin zu Grünanlagen. Einige Stunden und viele Kilometer später haben wir den Abend an der Avenue of Stars mit der berühmten Lichtershow und der schönsten Skyline der Welt ausklingen lassen. Mit der Fähre ging es dann zurück nach Hongkong Island in ein Sushi Restaurant - "We Love Sushi". Die Jungs haben am nächsten Tag das EY Hongkong Office besucht, eine Kollegin "Annie Lee" persönlich kennengelernt und einen Rundgang durch das Office bekommen. Nachdem die Mädels im Shopping Center abgeholt wurden, ging es über den Hongkong Park mit der berühmten, ehrwürdigen Peak Tram auf den Peak. Von hier hat man einen traumhaften Blick über die Stadt. Am selben Tag abends haben wir uns mit unseren Freunden Paola und Max getroffen. Paola war Michas Mitbewohnerin während der Hongkong-Zeit in 2006 und Max war ebenfalls im selben Freundeskreis. Die beiden sind mittlerweile verheiratet, haben eine sehr süße kleine Tochter "Alexa" und leben immer noch im schönen Hongkong. Wir waren zum Essen bei ihnen zu Hause eingeladen und konnten einen wunderschönen Blick aus dem 36. Stock in die Hongkonger Nacht genießen. Vielen Dank für die Einladung - es ist immer sehr schön Euch zu treffen und in alten Erinnerungen zu schwelgen. Weil das Dim Sum soooo gut war, haben wir beschlossen an unserem letzten Tag noch einmal das Restaurant aufzusuchen. Mmmhhh lecker... Nachdem wir noch ein paar letzte Besorgungen getätigt haben und unser Gepäck im City Check In aufgegeben hatten, haben wir uns noch einmal mit Paola und Max auf einen Drink getroffen. Diesmal hatten wir Glück und die kleine Alexa war noch wach und wir konnten sie auch noch kennenlernen und ein bisschen spielen. Um 23:15 Uhr ging es dann Richtung Europa über Istanbul nach Budapest - unserer letzten Station.

        

Nach einem langen Flug kamen wir schließlich in Budapest an. Am Flughafen haben wir uns mit Arne getroffen und sind dann Richtung "Andras Birthday" aufgebrochen. Andras ist ein Ungar den Micha und Arne in der transsibirischen Eisenbahn kennengelernt haben. Er wurde am Wochenende 60 und sein Ziel war es 60 Nationen auf seiner Party zu haben. Leider nicht ganz geschafft, aber es war trotzdem multikulti. In der Citadella gab es traditionelle Gulaschsuppe und einen schönen Blick über die Stadt. Todmüde sind wir in der Nacht ins Bett gefallen - aber der Jetleg war so schon fast bezwungen. Am nächsten Tag hatten wir eine Privatstadtführung von Andras. Er hat früher Stadtführungen gemacht und kennt Budapest daher wie seine Westentasche. Die Stadt ist wirklich sehr schön an der Donau gelegen und hat sehr viele historische Plätze und Gebäude zu bieten. Außerdem gibt es sehr schöne Aussichtspunkte. Am Abend ging es in ein kleines Dorf etwas außerhalb, das mit seinen kleinen Gäschen wirklich einen ganz besonderen Charm bot. Hier haben wir auch traditionellen Langos gegessen. Auch richtig gut. Die Jungs sind danach weiter auf ein Rockfestival gezogen und haben den Abend mit Balkanmugge von Goran Bregovic ausklingen lassen. Den letzten Tag haben wir mit einem super europäischen Frühstück begonnen und dann mit einer Bootsfahrt auf der schönen blauen Donau beendet. Zurück ging es mit dem tiefst Schwäbisch sprechenden Kapitän von Germanwings in das schöne Schwabenland und wir wussten jetzt ist die schöne Reise wirklich vorbei. Doch wir sind stolz, dass wir unser Abenteuer in vollen Zügen genießen konnten und es keine wirklichen Tiefpunkte gab. Wir werden hoffentlich noch lange von den schönen Momenten und den vielen Erlebnissen zehren.

           

Danke auch an alle die mit uns mitgefiebert haben und uns so nett wieder zu Hause empfangen haben.

     

  Also tschüss und wir sehen uns sicherlich bald im Ländle...

Komodo - Inselleben und riesige Warane

02Aug2012

Total entspannt sind wir von der Insel Seraya wieder nach Labuan Bajo gekommen. Die kleine Insel war wirklich traumhaft. Wir hatten ein schnuggliges Bungalow direkt am weißen Sandstrand. Der Tagesablauf bestand aus Frühstücken, im Hausriff schnorcheln, Mittagessen, Sonnen, Lesen, Schnorcheln, Sonnen, Volleyball spielen und Abendessen. Das Hausriff direkt vor der Insel ist sehr schön und wir konnten viel entdecken (Lionfisch, Rochen, Haie, Riesenmuscheln...) Am letzten Abend haben wir ein kleines Picknick auf einem Hügel gemacht und den Sonnenuntergang bei einem Bier und Keksen genossen. Die  Landschaft hier ist sehr schön und einzigartig. Alles ist sehr dürr und hügelig und sieht total anders aus als alles was wir bislang gesehen haben. Allerdings gibt es hier im Moment auch aufgrund der "großen Dürre" des öfteren Buschfeuer. Von unserer Insel aus konnten wir eines auf der Nachbarinsel beobachten. Es war wirklich groß und sah bei Nacht wie Lava auf einem Vulkan aus.


Von Labuan Bajo aus haben wir einen Tagesausflug auf die Insel Rinca gemacht. Wir haben ein Boot für vier Personen gechartert und sind mit Yolene und Alex auf Entdeckungstour gegangen. Die Insel liegt im Komodo National Park und ist eine der vier Inseln auf denen Komodowarane leben. Wenn man die trockene Landschaft hier sieht, kann man sich gut vorstellen, dass sich die Tiere hier wohlfühlen. Kurz nach dem das Boot angelegt hat, kam ein Ranger zu uns, der uns zum Parkcamp geführt hat. Witzigerweise haben wir dort auch gleich eine größere Ansammlung von Waranen finden können, die sich dort gesonnt haben. Die Warane haben eine sehr gute Nase und können Gerüche über mehrere Kilometer hinweg wahrnehmen. Rund um die Küche sammeln sich deshalb jeden Tag mehrere Tiere an. Diese werden hier nicht gefüttert, aber der Geruch ist zu verlockend. Die Warane können bis zu 4 Meter lang , 100kg schwer und bis zu 60 Jahre alt werden. Wir haben ein ca. 25 Jahre altes Männchen gesehen, welches ca. 3 Meter groß war. Wirklich riesig und ein bisschen Furcht einflösend. Unser Ranger hat uns mit einem Stock bewaffnet durch den Park geführt und wir haben ein weiteres riesiges Weibchen entdeckt. Die Warane sind sehr gut getarnt und es ist nicht so einfach diese zwischen den Bäumen auf dem Boden zu finden. Leider haben wir keine anderen Tiere wie beispielsweise Wasserbüffel oder Wildpferde gesehen. Diese haben sich im schattigen Inselinneren verkrochen. Die großen Warane haben diese Tiere auf ihrer Nahrungsliste. Sie infizieren diese mit einem bakteriellen Biss und warten drei Tage bis die Tiere an dem Biss sterben. Alle 4 Wochen bekommt ein Waran Hunger und geht auf die Jagd. Als wir dort waren, war es zum Glück sehr heiß und die Warane waren zu faul um sich zu bewegen und zu jagen :-))


Natürlich wollten wir uns auch in Komodo die Unterwasserwelt anschauen. Diese gehört ebenfalls zu den besten Spots in Südostasien. Unser erster Tauchgang war atemberaubend schön. Wir haben einen riesigen Napoleonfisch gesehen, viele Lionfische, eine Schildkröte und eine gigantische Moräne. Zu guter Letzt ist dann auch noch ein Mantarochen an uns vorbeigezogen und der Tauchgang war perfekt. Das Tauchen hat Spaß gemacht - ist aber auch sehr herausfordernd, da es hier teils böse Tiefenströmungen gibt. Beim zweiten Tauchgang sind wir ins Wasser gesprungen und unter uns ist direkt erneut ein Manta vorbeigezogen. Leider haben wir nur einen gesehen und dieser ist doch relativ schnell an uns vorbei. Statt den Mantas in der Mantabucht haben wir allerdings am Ende des Tauchgangs noch drei Haie gesehen. Einer war wirklich groß - ca. 2,50m und als wir knapp über ihm getaucht sind, ist dieser gemütlich weggeschwommen. Schon aufregend, wenn man einen Hai so nah zu Gesicht bekommt.
Das Beste haben wir uns für die letzten Tauchgänge aufgehoben. Die berühmten Tauchspots Crystal Rock und Castle Rock. Eines können wir auf jeden Fall sagen - nichts für Anfänger. Die Strömungen waren brutal stark und wir mussten uns manchmal an Steinen festhalten, damit es uns nicht ins große Blaue spült.  Allerdings mögen gerade die großen Fische die Strömungen. Wir haben einen Haufen Haie gesehen von Baby bis groß, unglaublich viele Fischschwärme, Schildkröten, Delfine usw. Einfach absoluter Wahnsinn. Die Tauchgänge waren so anstrengend, dass unsere Tanks recht schnell leer waren. Leider etwas zu schnell, denn es gibt hier noch einiges mehr zu entdecken. Jetzt sind wir ziemlich müde und gehen in die beste Pizzeria in Labuan Bajo um den letzten Abend mit unseren liebgewonnenen Franzosen zu verbringen und den Abschied zu feiern.


Morgen geht es zurück nach Bali und in zwei Tagen weiter nach Hongkong und dann sind wir auch fast schon wieder in Europa.


Bis in zwei Wochen...

          

Jackpot - Fliegende Mantarochen und verrückte Mola Mola

26Juli2012

Wir sind noch 4 Tage auf der Insel Bunaken geblieben. Nachdem wir uns von unseren französischen Freunden verabschiedet hatten, haben wir die Unterkunft und die Tauchbasis gewechselt. Zum Glück war Dany´s Erkältung abgeklungen und sie konnte ihren Advanced Open Water Kurs beginnen. Dion ist ein indonesischer Tauchlehrer, der seit vielen Jahren auf der Insel arbeitet und es hat wirklich Spaß gemacht noch etwas mehr über das Tauchen und die Unterwasserwelt zu lernen. Am zweiten Tag stand der Tiefentauchgang an und Dany durfte das erste Mal auf 30 Meter abtauchen. Um die Veränderungen unter Wasser zu sehen, schaut man z.B. Farbtafeln an und beobachtet wie die Farben nach und nach verschwinden. Außerdem haben wir ein rohes Ei mitgenommen und es auf 30 Metern geöffnet. Es zerläuft nicht, sondern wird von dem Druck zusammengehalten und wir haben dann versucht mit dem Ei Tischtennis zu spielen. Wirklich spaßig!

Wir haben hier wunderschöne Korallengärten gesehen und viele einzigartige Tierarten wie z.B. Pigmy Seepferdchen (nur 1-2cm groß) oder einen Geistpfeifenfisch entdeckt. Im "Two Fish" Tauchcenter war die Stimmung auch bestens. Das Resort ist ein großer Arbeitgeber auf der Insel und bildet sehr viele Einheimische zu Dive Mastern oder Tauchlehrern aus. An unserem letzten Abend haben die Einheimmischen in der Strandbar mit lokalen Instrumenten indonesische Lieder gespielt. Richtig gute Stimmung und ein schöner Abschied von Bunaken.

Nach einer Nacht in Manado ging es weiter über Bali auf die nahegelegene kleine Insel Nusa Lembongan. Die Insel ist etwas touristischer als Bunaken und es gibt viele kleine Shops und Restaurants. Seit 2 Tagen sind wir auch wieder zu viert unterwegs, da Yolene und Alex wieder zu uns gestoßen sind. Wir wohnen in einem zweistöckigen Bungalow direkt am Strand und können von hier dem bunten Treiben zuschauen.
Nusa Lembongan ist bekannt für seine Seegrasfarmen und am Abend bei Ebbe sammeln die Frauen mit Körben das Seegras ein, sortieren es und trocknen es auf großen Planen. Außerdem gibt es um die Insel rießige Wellen weshalb sich viele Surfer auf der Insel tummeln. Die Region um Bali ist das einzige Gebiet in Indonesien das hinduistisch ist, allerdings sind die Tempel und die Bräuche nicht zu vergleichen mit denen, die wir in Indien gesehen haben. Mit sehr viel Liebe werden jeden morgen Minialtare vor z.B. Hauseingängen dekoriert und man kann überall auf der Insel in den Abendstunden traditionelle Klänge aus den Tempeln hören. Wie wir auch schon in 2008 bei unserem Baliurlaub festgestellt haben, umgibt die Insel ein ganz spezieller Charm. Die Menschen lächeln viel und alles, sei es das Essen oder die Unterkünfte, wird mit Mühe und Liebe für die Gäste vorbereitet. Wir fühlen uns hier wirklich sehr wohl.

Rund um die Insel Lembongan gibt es viele Tauchplätze, die aufgrund starker Strömungen und Wellen nicht gerade für Anfänger geeignet sind. Das Wasser stellenweise sehr kalt und wir tauchten mit 5mm dicken Neoprenanzügen. Die Unterwasserwelt unterscheidet sich aber deshalb auch stark von den anderen Tauchgebieten. Die Fische sind größer und es gibt hier Arten zu sehen, die wir bislang noch nicht entdeckt haben. Bei unserem ersten Tauchgang hier haben wir einen Mola Mola gesehen (Mondfisch). Eine beeindruckende Kreatur, die etwas leicht ausserirdisches an sich hat. Er ist ca. 2,5 Meter hoch, sehr dünn, hat einen großen Mund und seitlich zwei große Glubschaugen. Wir waren ziemlich nah dran, doch er hat relativ schnell Angst bekommen und ist in der Meerestiefe wieder verschwunden. Wir hatten Vorgestern unseren ersten richtigen Strömungstauchgang. Das Gefühl war wie fliegen. In relativ schneller Geschwindigkeit sind wir über das Riff gedriftet. Vorbei an vielen Fischschwärmen, einer Seeschlange und über rießige Korallen hinweg. Wie in einem Film zog die Unterwasserlandschaft an uns vorbei.

Gestern hatten wir einen super Tag. Mit dem Boot ging es morgens zur Manta Bay. Hier gibt es aufgrund der starken Wasserbewegungen viel Plankton im Wasser, was den Mantas als Nahrung dient und weshalb diese hier auch regelmäßig anzutreffen sind. Als wir mit dem Boot in die Bucht gefahren sind, haben wir vom Boot aus bereits 2 Rochen schwimmen sehen und wir wollten am liebsten gleich ins Wasser hüpfen. Die Wasserkonditionen waren allerdings etwas zu rauh zum Tauchen weshalb wir zu einer anderen Stelle weitergefahren sind. Dann hieß es Tauchausrüstung anziehen und ab ins Wasser. Wir hatten viel Glück und haben ca. 5 Mantarochen gesehen. Wenn die bis zu 5 Meter großen Tiere an einem vorbeiziehen, dann sieht es aus als würden diese durch das Meer fliegen. Leider sind die Mantas nur an uns vorbeigeflogen. Manchmal hat man Glück und die Rochen bleiben an der selben Stelle und man kann diese etwas länger beobachten. Als wir glücklich nach einer Stunde aufgetaucht sind, haben wir vom Boot aus auch noch eine Gruppe Delphine gesehen. Wow, was für ein Tag!

Gestern haben wir die Bali-Region auch schon wieder Richtung Flores verlassen. Heute gehen wir auf die kleine Insel Seraya um noch einmal das Inselleben zu genießen und ein bisschen auszuspannen.

Also bis bald und liebe Grüße in die Heimat.

                

 

Waka Wakatoobi - Inselleben pur... ;-)

11Juli2012

Es gab eine kleine Planänderung. Nachdem es zuerst hieß das Flugzeug nach Raja Ampat hat Verspätung wurde der Flug nach längerer Warterei am Flughafen komplett gestrichen. Da es keine tägliche Verbindung gibt und wir keine Zeit vergeuden wollten, haben wir am Flughafen in Makassar entschieden in den Wakatobi National Park im Südosten Sulawesis zu gehen. Der Lonely Planet gab hierzu nicht allzuviel her. Wir haben aber einen Blog im Internet gefunden, der sich sehr gut angehört hat. Jacques Cousteau soll über die Inselgruppe Wakatobi gesagt haben, dass es zu den besten und artenreichsten Tauchgebieten weltweit gehört. Also warum nicht?!

Zusammen mit unseren neuen französischen Freuden Yolene and Alex sind wir am nächsten Tag nach BauBau geflogen um direkt im Anschluss mit der Nachtfähre (10h) nach Wanci zu fahren. Wir hatten Glück und konnten eine Viererkabine ergattern. Die Nacht war trotzdem sehr wellenreich und schaukelig. Gott sei Dank haben wir es ohne größere Ausfälle geschafft. Am nächsten Morgen ging es direkt 2h mit einem kleineren Boot nach Kaledupa und von dort wurden wir mit einem noch kleineren Boot abgeholt und auf die Insel Hoga gebracht. Langer Trip allerdings deshalb auch ziemlich verlassen, unberührt und schööön.

Wir hatten eine traumhafte letzte Woche. Wir haben in einem kleinen Bungalow am Strand gewohnt und die ganze Mannschaft des Resorts hat uns liebevoll versorgt. Es gab jeden Tag frisch geangelten Fisch, frisches Obst und kleinere Überraschungen wie bspw. selbst gebackenes Brot oder Donuts. Wir waren insgesamt 6 Personen in unserem Resort, das das einzige auf der Insel ist und die Stimmung war wirklich super. Die Jungs haben sich am Strand mit Frisbee ausgepowert, während die Mädels in der Sonne bzw. Hängematte lagen oder am "Privatstrand" eingetaucht sind.

Das faszinierende an der Insel sind allerdings die Riffe. Wir haben 9 Tauchgänge gemacht und es hat richtig Spaß gemacht, vor allem da die Korallen wahnsinnig gut in Takt sind und alles sehr farbenfroh und lebendig unter Wasser wirkt. Wir konnten viele kleine Rifffische sehen und manchmal haben uns rießige Fischschwärme umringt. Wahnsinnig schön... Da wir praktisch die einzigen Touristen waren, hatten wir das Glück, alleine mit Ola unserem einheimischen Divemaster zu tauchen. Ola ist ein immerfroher Indonesier mit Dauergrinsen - es hat richtig viel Spaß gemacht mit ihm. Die Tauchgänge waren sehr relaxed und wir haben das Tauchen sehr genossen.

Seit 3 Tagen sind wir nun in der Nähe von Manado im Norden Sulawesis auf der Insel Bunaken. Hier gibt es nicht allzu viel zu tun oder zu entdecken, denn hier steht das Tauchen absolut im Vordergrund. Micha hat sich die Unterwasserwelt schon mal näher angeschaut, während Dany ihre verstopfte Nase auskurieren musste. So wie es aussieht können wir morgen wieder gemeinsam tauchen und Dany startet hier dann noch ihren "fortgeschrittenen Kurs". Die nächsten Tage wird also mal wieder etwas "gearbeitet". ;-)

So langsam werden wir auch ein bisschen nervös, da die Zeit so schnell vergeht und es hier in Indonesien noch so viel zu entdecken gibt... Naja wir wollen mal nicht jammern und es ist ja nicht unser letzter Urlaub :-)

Wir hoffen, Euch geht es gut und dass das Wetter in Deutschland bald auch ein bisschen sommerlicher wird. Sonst seht ihr ja neben uns ganz weiß aus :-))

Bis demnächst... Grüße in die Heimat...

        

Kultur (-schock) :-)

01Juli2012

Wir haben Ko Lanta mit dem Roller erkundet und sind zu dem südlichsten Punkt der Insel gefahren. Hier steht ein Leuchtturm und wir haben die Brandung von einem kleinen Park beobachtet. Außerdem hatten wir viel Spaß den Affen zu zusehen, die die Bäume als Sprungbrett ins Meer benutzt haben. Wir wollten dann noch an einen schönen, verlassenen Strand fahren, aber die Strände waren leider sehr felsig und wir sind nach  langer Suche wieder zurück in unseren Bungalow gefahren. Vermutlich ist Ko Lanta in der Hauptsaison sehr schön und lebendig, aber für uns war es dann doch etwas zu ausgestorben und felsig.

Am nächsten Morgen ging es daher weiter über die Wassergrenze mit dem Boot von Thailand nach Malaysia. Wir sind zwei Nächte auf der Insel Langkawi geblieben. Wir hatten einen Raum mit Meerblick und einen sehr schönen kilometerlangen weißen Sandstrand. Da wir praktisch nur auf der Durchreise waren, haben wir leider nicht sehr viel von der Insel gesehen. Es gibt ein nettes deutsches Restaurant am Strand, wo wir leckeres Geschnetzeltes, Apfelstrudel und Hefeweizen bekommen haben ;-) *Traumhaft* Da das Wetter ziemlich durchwachsen war, sind wir zügig weitergezogen.

Nächste Station war Kuala Lumpur. In der Stadt hat sich seit unserem letzten Besuch 2008 so einiges verändert. Da wir auch hier nur einen Zwischenstopp hatten, war es gut sich schon ein wenig auszukennen. Wir sind am Abend zu den Petronas Towers, die einfach wahnsinnig beeindruckend sind, spaziert und haben den Mix der Kulturen (Muslime, Chinesen und Inder) genossen.

Seit 5 Tagen sind wir nun in Indonesien und uns gefällt es hier richtig gut. Die Menschen sind super freundlich und lächeln den ganzen Tag. Wir sind auf Sulawesi, einer der vielen Inseln in Indonesien. Von der Hauptstadt Makassar im Süden sind wir mit dem Bus gen Norden in die Region Tana Toraja gefahren. Wir sind in einer kleinen wahnsinnig gastfreundlichen Unterkunft in Rantepao gelandet und fühlen uns "fast" wie zu Hause. ;-) Wir haben hier ein französisches Pärchen und zwei Belgier getroffen mit denen wir verschiedene Tagesausflüge gemacht haben.

Eine Besonderheit der Region Tana Toraja sind die Beerdigungszeremonien. Diese sind Bestandteil einer sehr langen Tradition, die auch nach der Christianisierung durch die Holländer bestehen blieb. Die Menschen leben hier, um genügend Geld für ihre Bestattungen zu "sparen". Die Zeremonien finden vor allem in der Zeit von Juli bis September statt und bilden einen zentralen Bestandteil deren Kultur und Leben. Wasserbüffel sind ebenso von zentraler Bedeutung, da sie als Transportmittel für den "Himmel" genutzt werden.

Die Menschen leben auch heute noch in traditionellen Häusern, die aussehen wie Boote bzw. Büffelhörner - hierzu gibt es verschiedene Legenden. Die Häuser sind wunderschön  mit Schnitzereien und bunten Anstrichen verziert.

 

An unserem ersten Tag haben wir uns einen Guide genommen, der uns sehr viele Informationen zur Kultur und vor allem zu den Beerdigungszeremonien gegeben hat. Wir haben an diesem Tag zwei Zeremonien besucht.

Die Zeremonien gehen insgesamt vier Tage. Die Leichname werden in einem Sarg in den traditionellen Häusern aufgebahrt. Je nachdem wie reich eine Familie ist und wie schnell die Zeremonie organisiert werden kann, findet diese dann zwischen 8 und 15 Monaten nach dem Tod statt. Am ersten Tag der Zeremonie wird der Sarg aus dem Haus getragen und auf einem großen Zeremonienplatz aufgebahrt. Es finden Reden und traditionelle Tänze statt und es kommen sehr viele Gäste. Die Gäste bringen zu Ehren des Toten Schweine und Büffel mit. Es ist Brauch das an diesem Tag ein Büffel geopfert wird.
Am zweiten Tag kommen weitere Gäste und es werden weitere traditionelle Tänze aufgeführt.
Der dritte Tag ist ein besonderer Tag und für uns etwas schwieriger zu verdauen. An diesem Tag werden zu Ehren des/der Toten Büffel geopfert. Das bedeutet, dass je nach Status der Familie zwischen 5 und 100 Büffel in der Mitte des Platzes vor allen Anwesenden (auch Kleinkinder) getötet und gehäutet werden. Das Fleisch wird anschließend gekocht und an die Gäste sowie die örtliche Kirche usw. verteilt.
Am vierten Tag findet die eigentliche Bestattung statt. Manche Familien können es sich leisten von den Toten lebensgroße Puppen aus Holz anzufertigen. Diese werden dann vor den Gräbern aufgestellt. Es ist Brauch, dass mindestens 24 Büffel geopfert werden müssen, wenn eine Puppe angefertigt wird.

Wir haben bei unserer Tour den dritten und den ersten Tag einer Zeremonie besucht. Die Menschen waren sehr gastfreundlich und es war sehr interessant dem Treiben zu zusehen. Allerdings waren die Tieropfer für uns ziemlich erschreckend und fremd. Wir haben auch entschieden keine Fotos davon in den Blog zu laden. Wir zeigen euch diese dann besser zu Hause und erklären euch noch ein paar Details dazu.

Am unserem zweiten und dritten Tag haben wir uns entschieden keine Zeremonien zu besuchen und mit einem Roller die wunderschöne Landschaft zu erkunden und ein paar Gräber zu besuchen. Es gibt hier sehr schöne Reisfelder, kleine Orte mit traditionell gebauten Häusern und traumhafte Bambuswälder. Auf unserem Weg kamen wir an Hausgräbern, Steingräbern, Höhlengräbern und sogenannten hängenden Gräbern vorbei. Der Tod bzw. die Bestattungen sind hier wirklich allgegenwärtig.

Der Lonely Planet beschreibt das Gefühl in dieser Gegend wie in einer National Geographic Reportage und wir können das nur bestätigen. Alles hier war wahnsinnig spannend und interessant und sehr anders.

Morgen geht es weiter nach Raja Ampat; eine Inselgruppe in Westpapua mit Weltklassetauchgebieten. Mit viel Glück sehen wir haufenweise Mantarochen *daumendrück*!!

Wir sind schon sehr gespannt wie die Reise weitergeht...               

RELAXXX - take it easy

20Juni2012

Tja, wie angekündigt haben wir uns entschieden ein bisschen Sonne zu tanken und zu entspannen. Im Süden Indiens (Goa und Kerala) hat es leider schon angefangen zu regnen und deshalb war es nicht möglich hier auf "Strand-Erkundungstour" zu gehen. Wir haben uns daher entschieden Indien zu verlassen und auf unserer Route weiter nach Südostasien zu gehen.

Letztes Wochenende sind wir nach Bangkok geflogen um von dort die nächsten Stationen zu planen. Bangkok hat uns richtig super gefallen. Wir haben uns am ersten Abend erstmal einen riesigen Beef-Burger (in Indien kein Fleisch und vor allem kein "heiliges" Rind) im Hard Rock Café gegönnt. Außerdem ist Bangkok das absolute Shopping Paradies und wir haben unsere Rucksäcke mit neuen Kleidungsstücken aufgefüllt. LächelndZum Glück hatten wir die Trekkingsachen heimgeschickt und dadurch etwas Luft im Rucksack bekommen.
Kurzum wir haben es uns ein paar Tage richtig gut gehen lassen!!

Da wir eigentlich noch nie so richtig lange in Thailand waren, haben wir uns entschieden das Land nicht gleich wieder zu verlassen, sondern auf dem Landweg (bzw. Inselweg) über Malaysia nach Indonesien zu reisen.

Unsere erste Station war dann Railay Bay (Danke an Julie für die Empfehlung!!) -  eine kleine Halbinsel im Süden Thailands. Es gibt traumhafte Strände und man findet hier sowohl schöne Resorts und Bungalows als auch kleine Bars, Restaurants und Shops. Wir hatten wunderschönes Wetter und haben einfach mal die Seele baumeln lassen und relaxed.

Weiter ging es dann nach ein paar Tagen nach Ko Phi Phi. Die Insel ist bekannt, da sie Drehort für den Film "The Beach" mit Leonardo di Caprio war. Auch hier wieder traumhafte Strände, zahlreiche Bars und Restaurant und überall kleine Marktstände mit Souvenirs und Shirts. Auf der Insel war etwas mehr los und man konnte abends am Strand den Tag mit leckeren Cocktails, Feuershows und Musik ausklingen lassen. An einem Tag haben wir zwei Tauchgänge gemacht um uns langsam wieder an die Unterwasserwelt zu gewöhnen. Es gab einige schöne Korallen und Fische zu sehen und das Tauchen hat sich auf jeden Fall gelohnt.

Heute sind wir weiter gezogen nach Ko Lanta. Wir dachten eigentlich, dass es hier sehr ähnlich sein wird wie auf Ko Phi Phi, aber nach einem ersten Rundgang haben wir festgestellt, dass hier wirklich "tote Hose" ist. Viele Restaurants und Bars haben geschlossen, da "Low Seasion" ist. Wir werden daher ein paar sehr ruhige Tage verbringen, lesen und uns auf jeden Fall einen Roller ausleihen um die Insel ein wenig erkunden.

  

Indien Teil 2 - wenn "Kinderträume" wahr werden

10Juni2012

Erstmal sorry, dass wir Euch solange auf einen neuen Blogeintrag haben warten lassen, aber die Internetverbindungen hier sind nicht immer die verlässlichsten und besten. Deshalb gibt es jetzt eine Zusammenfassung der letzten 2 Wochen unserer Reise durch Indien.


Wir hatten viele wahnsinnig schöne und spannende Momente und staunen manchmal selber, was wir alles in so kurzer Zeit erleben. Wir sind uns allerdings immer noch nicht ganz sicher, was unser Fazit zu Indien betrifft. Oft sind wir sehr beeindruckt von den Farben, dem leckeren Essen, den Orten und Begegnungen mit Menschen und nur wenige Minuten später kann man Indien nicht mehr ertragen und möchte auf dem schnellsten Weg das Land verlassen (Müll, Gestank, Hupen, Straßenhändler, Bettler). Beruhigend ist allerdings, dass wir nicht die einzigen sind, die so denken. Wenn man andere Reisende trifft, hören sich deren Erfahrungen immer sehr ähnlich an.
Nach einer angenehmen 8-stündigen Zugfahrt in der dritten Klasse im Schlafwagon mit Klimanalage sind wir eigentlich ganz gut erholt und ausgeschlafen in Udaipur angekommen. Hier hat es uns auf Anhieb sehr gut gefallen. Die Stadt ist als die romantischste in Indien bekannt und das liegt vor allem an dem See, der in der Stadtmitte zu finden ist. Darin befinden sich zwei Paläste, wovon einer heute noch bewohnt ist und der andere zu einem sehr teuren Hotel umgebaut wurde. Dieser Palast ist ebenfalls berühmt, da er Drehort für den James Bond Film Octopussy war. Wir haben mehrere Tage in Udaipur verbracht und es uns richtig gut gehen lassen. Gestartet haben wir mit einer typischen ayuvedischen Massage - einfach mal die Seele baumeln lassen und entspannen und dann den Sonnenuntergang auf einer der Dachterrassen mit Seeblick genießen. Wunderbar. Am nächsten Tag haben wir uns die Stadt angeschaut, ein bisschen eingekauft und uns für einen Kochkurs angemeldet. Abends haben wir dann noch eine rajastanische Tanz- und Puppenshow besucht, welche wirklich unterhaltsam war. Bei Shashi Zuhause wurden wir am nächsten Tag freundlich in Empfang genommen. Sie ist eine verwittwete Brahmanin und hat sich nach dem Tod ihres Mannes mit Hilfe von Westlern eine Kochschule aufgebaut. Sie hat uns ihre Lebensgeschichte erzählt und wir haben so nicht nur gelernt, was in der indischen Küche wichtig ist, sondern auch Neues über die Kultur und das Kastenwesen erfahren. Der Kochkurs hat sehr viel Spaß gemacht und hat uns außerdem geholfen, die Menükarten in Restaurants besser zu verstehen und keine Überraschungen serviert zu bekommen. :-) Wir sind schon gespannt, ob wir die gelernten Leckereien (Naan, Chapati, Curry, Chai Tee, Lassi und vieles mehr) in Deutschland nochmal hinbekommen. ;-)  


Von Udaipur ging es weiter mit dem Bus nach Jodhpur. Leider keine Klimaanlage oder Luxussitze und ziemlich holprige Straßen. Aber nach 6 Stunden war auch diese Etappe geschafft. In Jodhpur sind wir nicht allzu lange geblieben. Es war eher eine Zwischenstation auf dem Weg nach Jaisalmer in die Wüste. Dennoch ist die Stadt ganz interessant. Sie heißt auch die "blaue Stadt", da viele Häuser im alten Stadtkern blau angestrichen sind. Dies ist ein Zeichen, dass in dem Haus Brahmanen wohnen. Wir haben uns die Stadtfestung angeschaut. Diese war für indische Verhältnisse sehr gut erhalten und man fühlte sich ein bisschen wie in einem Märchen aus 1001 Nacht. Allerdings wurden wir aus dem Märchen jedesmal schnell wieder herausgerissen, wenn uns indische Touristen als Attraktion entdeckt haben und fotografieren wollten.


Am nächsten Tag ging es mit dem Bus nach Jaisalmer. Diese Busfahrt zählt wieder zu den Ereignissen nach denen wir Indien am liebsten wieder verlassen wollten :-) Aber auch hier kamen wir nach 6-stündiger Fahrt an und haben uns mit einer sehr schönen Unterkunft für die Strapazen entschädigt. Jaisalmer hat uns sehr gut gefallen. Die Stadt ist etwas ruhiger und man findet hier ebenfalls eine schöne Festung, allerdings ist diese im Unterschied zu den anderen in Indien noch bewohnt und dadurch ist alles noch sehr lebendig. Außerdem ist die Stadt für ihre Kamlesafaris berühmt, da sie an die Thar-Wüste angrenzt. Das haben wir uns natürlich nicht entgehen lassen. Einmal im Leben auf einem Kamel reiten und in der Wüste unter Sternen schlafen. Also sind wir am nächsten Tag gestartet. Zusammen mit zwei Engländern und einem Heer an Kameltreibern ;-) Dany durfte die Truppe mit dem Leitkamel Raju anführen und die anderen trotteten brav hinterher. Micha musste natürlich auch  stilecht einen traditionelle Turban tragen, der sich als sehr praktisch herausgestellt hat :-) Wir haben uns den Sonnenuntergang in den Dünen angeschaut, lecker gegessen und dann unser Schlaflager aufgeschlagen. Wir haben den Sternenhimmel genossen und uns später fest in unsere Schlafsäcke eingemurmelt, da es doch ganz schön windig war und wir uns so ein bisschen vor dem Sand schützen konnten. Wahnsinniges Erlebnis und nur weiterzuempfehlen.

 

  


Nach einer ausgiebigen Dusche und dem Versuch den Sand wieder loszuwerden, ging die Reise weiter mit dem Nachtzug zweiter Klasse mit Klimanlage im Schlafwagon nach Jaipur. Die Zugfahrt war wieder sehr angenehm, auch wenn es immer ein Abenteuer ist, da man nie genau weiß, wann man aussteigen muss (keine Ansagen oder Anzeigen). Eigentlich wollten wir zuerst Jaipur (die pinke Stadt) nicht besichtigen, da wir gehört hatten, dass es sich nicht  von den anderen großen Städten in Indien unterscheiden soll. Aber dann haben wir glücklicherweise ein Pärchen aus England getroffen, die uns von "Elefantastic" erzählt haben und das konnten wir uns auf keinen Fall entgehen lassen. Seit Februar gibt es in Amber (nicht weit von Jaipur) die Möglichkeit einen ganzen Tag mit Elefanten zu verbringen. Die Festung hier ist berühmt dafür, dass man diese auf dem Rücken eines Elefanten erglimmen kann und viele Touristen hatten Fragen zu den Elefanten und daraus ist die Idee zu Elefantastic entstanden. Wir haben hier einen der schönsten Tage in unserem Leben verbringen dürfen. Als wir in den Stall eingetreten sind und die riesigen Tiere vor uns standen hatten wir zunächst ziemlich Respekt, doch Rahul (der Besitzer) hat uns alles erklärt und uns so den Elefanten näher gebracht. Nach einer Tasse Chai Tee haben wir einen Elefanten gefüttert. Nach dem wahnsinnig leckeren Mittagessen, dass die Mama gekocht hatte, haben wir gelernt wie man einen Elefanten traditionell bemalt z.B. für Hochzeiten. Anschließend haben wir eine Safari auf dem Rücken eines geschmückten Elefanten gemacht, auch hier durfte der traditionelle Turban nicht fehlen. Wir durften ausprobieren, ob wir über den Rüssel aufsteigen können wie die "richtigen Elefantenreiter" und all unsere Fragen stellen. Der großartige Tag wurde beendet indem wir auf einem Elefanten ohne Sattel zum See geritten sind und diesen dort gewaschen und anschließend zurück in den Stall gebracht haben. So hautnah werden wir Elefanten sicherlich nie wieder kommen und wir sind so dankbar, dass wir den tollen Tag mit Rahul und seinen 24 Elefanten hatten!!


Weiter ging es mit Bus und Flugzeug nach Varanasi. Die Stadt liegt direkt am Ganges und ist eine Pilgerstadt für die Hindus. Der Ganges ist heilig und so kommen die gläubigen Hindus hier her um sich z.B. im Fluss von ihren Sünden reinzuwaschen. Auch viele ältere Menschen oder kranke Menschen pilgern nach Varanasi um hier zu sterben, denn eine Verbrennung am heiligen Fluss ist gut für das "Karma" und somit die Wiedergeburt nach dem Tod. Im ersten Moment ist es fast ekelig mit anzusehen wie Kinder im Wasser schwimmen, Frauen ihre Wäsche waschen und nur wenige Meter entfernt Leichen verbrannt werden und die Asche ins Wasser gestreut wird und zudem im Wasser Müll und anderer Unrat schwimmt. Wir würden wahrscheinlich tot umfallen, wenn wir auch nur einen Schluck des Gangeswassers trinken würden, für die Hindus ist es das heiligste Wasser überhaupt und sie schwimmen darin, waschen ihr Gesicht, trinken es und füllen es sich in Kanistern für zuhause ab. Wir haben einen der Wächter an einer Verbrennungsstelle getroffen, der uns versucht hat, das Ritual zu erklären und wir konnten von oben beobachten wie die Menschen hier mit dem Tod umgehen. Für uns sehr krass, aber die Stimmung war sehr friedlich und man sah keine Menschen weinen, da der Tod nicht das Ende ist, sondern die Person wiedergeboren wird. Am Abend haben wir noch an einer Zeremonie teilgenommen. Jeden Abend um 19 Uhr wird die Sonne verabschiedet und dem Gott Shiva "zurückgegeben". Um 5 Uhr morgens findet die Zeremonie erneut statt und die Sonne wird von Shiva wieder zurückgeschenkt. Sehr beeindruckend!! Die Stadt hat uns etwas geschockt, aber trotzdem sehr gut gefallen. Man konnte am Ufer des Ganges so viele Stimmungen einfangen und in dem Labyrinth an Gässchen gab es keine Rickschas oder Motorroller, sondern nur Menschen, kleine Tempel und das "normale" Straßenhändlertreiben.


Ihr seht also bei uns jagt ein Highlight das nächste. So langsam haben wir allerdings das Gefühl, dass uns etwas Ruhe und Wasser ganz gut tun würde :-) Also seid gespannt, wohin es uns verschlägt ;-)

Indien - 46° kein Ventilator :-)

26Mai2012

Am letzten Tag in Nepal gab es noch ein kleines Highlight. Wir waren bei Sudip unserem Guide und seiner Familie zu einem traditionellen Essen eingeladen. Um 12 Uhr mittags ging es los und die ganze Familie hat uns freundlich empfangen. Sudip wohnt mit seinen Eltern, seiner Frau, seiner Schwester, seinem Bruder und dessen Frau in einer Wohnung. In Nepal ist es normal, dass die Familie in einem Haus wohnt und aufeinander Acht gibt. Wir wurden den ganzen Tag mit Köstlichkeiten versorgt. Es gab mittags selbst gemachte Kartoffelchips, Naan mit einer Kartoffel-Chili-Koriander-Füllung mit einem leckeren Dip aus Tomaten und mariniertes Hühnchen. Wir haben uns die Trekking Bilder angeschaut und Karten gespielt. Abends gab es dann erneut Leckereien, die uns ganz stolz serviert wurden. (Spinat, Reis, Ziege, Gemüse) Die Gastfreundschaft war riesengroß und der Tag wird uns auf jeden Fall in Erinnerung bleiben. Mit vollem Bauch haben wir uns verabschiedet und sind am nächsten Tag dann nach Indien gestartet.

Unsere ersten Eindrücke: BUNT, GERÜCHE, RICKSCHA und verdammt HEISS.

Wir haben etwas unterschätzt, was es heißt bei über 40° ein Land zu bereisen ohne auch nur irgendwo ein bisschen Wasser zur Abkühlung zu finden oder ein kühles Lüftchen zu haben. Nach 7 Tagen haben wir uns allerdings schon etwas an die Temperaturen gewöhnt und versuchen unsere Aktivitäten vor allem in den Morgen und Abend zu verlegen.

Startpunkt unseres Indienabenteuer war Delhi, die Hauptstadt Indiens. Wir haben uns verschiedene Sehenswürdigkeiten angeschaut, z.B. die Rote Festung, die größte Moschee Indiens und  das Regierungsviertel. Am besten hat es uns allerdings gefallen einfach durch die Straßen zu wandern, vorbei an verschiedenen Basaren, und dem bunten Treiben zu zuschauen. Die größte Sehenswürdigkeit waren allerdings wir selbst. "Filmstars" müssen ein echt schweres Leben haben, denn jeder zweite Inder wollte gerne ein Bild mit uns :-) oder uns die Hand schütteln. Man sieht hier auch tatsächlich nicht allzu viele westliche Gesichter und unsere weiße Haut und die blonden Haare sind anscheinend sehr faszinierend für die Menschen hier.

Vorgestern haben wir das Taj Mahal in Agra besucht. Es gehört zu den "neuen" sieben Weltwundern und wenn man davor steht, weiß man auch wirklich warum. Ein früherer Herrscher hat im 17. Jh. ein Mausoleum für seine verstorbene Frau errichten lassen. 20 Jahre dauerte der Bau und der weiße Marmor und die Edelsteine wurden aus dem ganzen Land mit 10.000 Elefanten angeliefert. Wirklich sehr romantisch - von der Dachterrasse unseres Hotels konnten wir den Sonnenuntergang über dem "Monument der Liebe" sehen. Normalerweise schimmert das Taj Mahal dann aufgrund der Umweltverschmutzung in der Luft rosa - bei uns war es allerdings nur leicht gelblich. Vielleicht ist die Luft ja reiner geworden :-)


Von Agra ging es dann am nächsten Tag weiter mit Bus und Bahn nach Sawai Madhopur. Die Busfahrt war noch relativ zivilisiert, die Zugfahrt dann nicht mehr. Wir haben kurzfristig keine Reservierung mehr erhalten und konnten nur noch ein sog. "General Ticket" bekommen (keine Klimanlage, sehr viele Inder, noch mehr Gepäckstücke und keine Sitzplätze). Die erste halbe Stunde konnten wir uns noch stehend in eine bessere Klasse schmuggeln, doch dann mussten wir "umziehen" in die "Sleeper-Klasse". Das reinste Chaos. Die Zugfahrt ging allerdings schnell vorüber, da wir aus dem Staunen nicht mehr raus kamen. Ein paar nette Inder haben uns dann auch einen Platz angeboten und unser Gepäck bewacht. Also lief alles dann doch wieder blendend.


Gestern haben wir im Ranthambhore National Park zwei Safaris gemacht. Hier kann man mit viel Glück bengalische Tiger entdecken. Auf der Morgensafari haben wir viel Rotwild, Vögel, ein kleines Krokodil und Affen gesehen - doch leider keinen Tiger. Gestern Abend hatten wir mehr Glück. Wir haben einen Tiger in einer kleinen Höhle schlafend entdeckt. Nach einer Weile ist dieser aufgewacht und hat sich gemütlich vor uns mit seiner Zunge geputzt und schließlich ist er aufgestanden und vor unserem Jeep in wenigen Metern Distanz vorbeigegangen um zu einem Wasserloch zu schlendern. Wow - wirklich ein beeindruckendes Tier (ein Männchen, 6  Jahre alt).

Heute Abend werden wir mit dem Nachtzug nach Udaipur weiter gehen. Diesmal haben wir auch noch eine Reservierung ergattern können.

Bis bald - genießt das schöne Wetter und das verlängerte Wochenende :-)

PS: Vielen Dank für die vielen netten Kommentare! Wir freuen uns riesig über jeden einzelnen.

Ganz nah am Dach der Welt!

18Mai2012

Seit heute sind wir wieder zurück in der Zivilisation in Kathmandu angekommen. Wir haben eben unsere Wäsche in die Wäscherei gebracht (mal sehen, ob diese je wieder sauber zubekommen ist) und nun sitzen wir in einem Cafe und genießen die Annehmlichkeiten des westlichen Lebens (Internet, Kaffee, Cheeseburger, Eis) und haben Zeit von unserer Trekking-Adventure-Tour zu berichten.

Kurz zusammengefasst bedeuten 12 Tage Trekking: kaum Waschmöglichkeiten, Schlafen in Höhen von bis zu 5.160m, meist vegetarisches Essen, lange Wanderwege, steile Aufstiege, dünne Luft, sicherlich jeden Tag ein kleines anderes Wehwehchen, aber vor allem wunderbare Aussichten, eine wahnsinns Bergkulisse, viel Sonne, vorbeiziehende Yakherden, einen super Guide (Thank you Sudip!! Your the best guide in the world and a true friend!!!), neue Freunde, das Erreichen entlegendster Winkel dieser Erde (mehr als 7 Tage Fußmarsch bis zur nächsten Straße) sowie unglaublich nette Einheimische im Solu Khumbu.

Unser persönliches Highlight: Am 13. Mai 2012 (Muttertag - alles Liebe!) haben wir das Mount Everest Base Camp auf 5.360m erreicht. Unglaublich stolz und glücklich, aber auch wirklich ausgepowert. Von hier aus starten im Moment zahlreiche Expeditionen zum Gipfel. Das Lager ist direkt am Khumbu Gletscher gelegen und von hier geht es dann über einen Eisfall los. Um ehrlich zu sein, wenn man die Kulisse hier sieht, dann sind die Gipfelstürmer ganz schön wahnsinnig sich diesem Berg zu stellen. Aber klar: die Herausforderung liegt darin den höchsten Berg der Welt zu besteigen (8.848m). Naja, für uns war für`s erste das Base Camp genug. Aber der Mount Everest hat auf jeden Fall eine gewisse Fazination und es ranken sich sehr viele spannende Geschichten um den Berg, die Sherpas und die Bergsteiger.

Die nächsten Tage ging es dann vor allem abwärts bis wir am 17. Mai (Vatertag - alles Liebe!) zurück in Lukla auf 2.840m waren und von dort heute nach Kathmandu geflogen sind. Übrigens eine sehr "abenteuerliche" Lande- und Startbahn. ;-)

Einen kleinen Auszug aus den etwa 1.000 Fotos die wir gemacht haben, wollen wir Euch natürlich nicht vorenthalten.

Nachdem wir uns wieder ein bisschen regeneriert haben, geht es für uns in den kommenden Tagen weiter zur nächsten spannenden Etappe nach Indien.

Liebe Grüße in die Heimat - lasst von Euch hören!! Bis bald....

Wieder zurück in Kathmandu und startklar für den Mt. Everest

04Mai2012

Wir hatten noch ein paar wundervolle Tage im Königreich Bhutan. Auf der Rückfahrt von Zentral- nach Westbhutan hatten wir mal wieder sehr viel Glück wie unser Guide Sonam immer wieder strahlend betonte. Zuerst haben wir erneut den König bei einer Fahrradtor gesehen und dann war gerade zufällig der "Chief Abbot" sozusagen der Papst des Landes in dem Restaurant in dem wir unser Mittagessen bekommen sollten. Er hat hier auf dem Rückweg nach Punakha eine Pause gemacht und Menschen gesegnet. Alle kamen aus dem Raum mit einem breiten Grinsen, waren total aufgeregt und sind umher gerannt um dem Chief Abbot den Aufenthalt so schön wie möglich zu gestalten.

Am nächsten Tag sind wir morgens in den Punakha Dzong gegangen. Wir hatten nämlich erneut großes Glück Lachend und es wurde der Todestag des Gründers von Bhutan gefeiert. Alle Menschen waren festlich angezogen und sangen auf einem großen Platz Gebete. Die Stimmung war atemberaubend und wer hätte es gedacht erneut kamen König und Königin um ebenfalls bei dem spirituellen Ritus teilzunehmen.

An unserem letzten Tag in Bhutan besuchten wir ein weiteres Highlight. Wir wanderten auf 3150m zum "berühmten" Tiger's Nest. Ein auf einen Felsen gebautes Kloster, das im 16. Jh. gebaut wurde. Man fagt sich wie sie das geschafft haben. Für uns war die Wanderung bereits ohne Baumaterialien hinaufzuschleppen eine mittlere Herausforderung. Als Belohnung haben wir uns am Abend noch ein "traditional hot stone bath" gegönnt. Wir hätten eigentlich wissen müssen, dass es sich hier nicht um eine Luxuswellness Anwendung handelt, aber es tat trotzdem sehr gut (in einem Feuer wurden Steine zum Glühen gebracht und dann in den hölzernen Trog mit Wasser gegeben, sodass das Wasser heiß wurde).

Am Sonntag steht bereits das nächste Abenteuer an und wir werden in Richtung Lukla starten und von dort in 12 Tagen "versuchen" das Mount Everst Base Camp (5300m) zu besteigen. Bhutan war dafür bereits ein gutes Training um sich an die Höhe zu gewöhnen und wir haben die 3000m Marke bereits ganz gut vertragen Lachend

Also seid gespannt auf weitere tolle Bilder...

Auf dieser Seite werden lediglich die 10 neuesten Blogeinträge angezeigt. Ältere Einträge können über das Archiv auf der rechten Seite dieses Blogs aufgerufen werden.